Manchmal sind es die stillen Helden der Musikgeschichte, die uns am meisten berühren. Heute vor genau zehn Jahren, am 2. April 2016, verstarb Pete Zorn im Alter von 67 Jahren – ein Name, den viele nicht kennen, obwohl seine Musik Millionen von Menschen erreicht hat.
Der britische Multi-Instrumentalist war ein wahres Chamäleon der Folkszene. Ob Saxophon, Flöte, Oboe oder Gitarre – Zorn beherrschte sie alle mit einer Leichtigkeit, die seine Kollegen zum Staunen brachte. Geboren 1950 in London, prägte er über vier Jahrzehnte lang den Sound unzähliger Aufnahmen, meist im Hintergrund, aber immer mit seinem unverwechselbaren Gespür für Melodie.
Der Mann hinter den Hits
Seine Karriere begann in den frühen 1970ern mit der Band Steeleye Span, wo seine virtuosen Beiträge an Blasinstrumenten den traditionellen Folk um neue Klangfarben erweiterten. Doch richtig spannend wurde es, als Zorn zum gefragten Sessionmusiker wurde. Er spielte für Richard Thompson, John Martyn und sogar für die Pogues – Namen, die auch in Österreich Kultstatus genießen.
Besonders faszinierend ist seine Zusammenarbeit mit Penguin Cafe Orchestra, jener skurrilen Formation, die in den 1980ern auch in Wien mehrfach auftrat und deren minimalistische Kompositionen noch heute in der österreichischen Alternativszene nachhallen. Zorns Saxophon-Linien auf Alben wie "Broadcasting from Home" sind kleine Meisterwerke der Zurückhaltung.
Ein Leben für die Musik
Was Zorn so besonders machte, war seine Fähigkeit, sich jeder musikalischen Situation perfekt anzupassen. Ob bei einer intimen Folkballade oder einem experimentellen Instrumentalstück – er wusste immer genau, was die Musik brauchte. Seine Kollegen beschrieben ihn als Perfektionisten, der nie im Mittelpunkt stehen wollte, aber ohne den nichts so geklungen hätte, wie es sollte.
Auch als Produzent hinterließ Zorn seine Spuren. Seine Arbeit an verschiedenen Folk-Alben der 1980er und 1990er Jahre zeigt ein feines Gehör für Arrangements und eine tiefe Liebe zum Genre, das er zeit seines Lebens prägte.
Zum Reinhören: Entdecken Sie Pete Zorns Vielseitigkeit auf Richard Thompsons "Shoot Out The Lights", lauschen Sie seinen zarten Flöten-Linien bei Steeleye Span oder tauchen Sie ein in die experimentellen Klangwelten des Penguin Cafe Orchestra. Seine Musik lebt weiter – auch wenn der Name dahinter viel zu oft vergessen wird.